November 2021 - März 2022

Jobprofile Teil 4: Was machen eigentlich BI-Berater?

Wenn es um die uns umgebende Masse an Daten geht, überschlagen sich meist die Superlative. Manche Experten sprachen vor ein paar Jahren noch davon, dass sich die Datenmenge alle zwei Jahre verdoppelt. Inzwischen soll eine Verdopplung schon alle 18 Monate vonstattengehen. Nie war es so einfach, Daten zu sammeln. Gleichzeitig war es wohl nie komplizierter, diese Daten auch sinnvoll – und für den Menschen verständlich – zu analysieren und zu nutzen.

In diesem Umfeld ist der Business-Intelligence-Berater zu Hause. Seine Aufgabe ist es – als Angestellter in einer Consulting Firma, als intern angestellter Mitarbeiter in einem Unternehmen oder als selbstständiger Berater – Probleme beim Datenmanagement in Unternehmen ausfindig zu machen, Verbesserungen anzuregen und anschließend umzusetzen. Das Ziel dieses Prozesses ist stets, Massendaten zu bereinigen, zu transformieren und leichter für Berichtszwecke auswertbar zu machen – oder je nach Auftrag auch selbst auszuwerten. Dadurch sollen z.B. das Kundenverhalten analysiert, Absatzmuster erkannt und Trends nachvollzogen werden können. Außerdem können Manager durch solche Analysen zukünftige Entwicklungen besser abschätzen und somit gesicherte Entscheidungen für die Zukunft treffen. Unterm Strich soll der BI-Berater also dafür sorgen, Prozesse zu erleichtern und Kosten einzusparen.

BI-Berater werden an der Schnittstelle von IT-Technologie und Wirtschaft eingesetzt, sodass sie Erfahrungen und Wissen aus beiden Bereichen mitbringen müssen. Die Implementierung von BI-Systemen erfordert nicht nur eine genaue Vorstellung der jeweiligen Unternehmens-, Abteilungs- und Prozessstrukturen, sondern auch die Fähigkeit, die Software tatsächlich einzupflegen und an die entsprechenden Kundenbedürfnisse anzupassen. Im Fall einer Spezialisierung auf SAP BI/BW werden deshalb häufig auch Kenntnisse in der Programmiersprache ABAP benötigt, da die Systeme häufig manuell erweitert werden müssen, um die Kundenanforderungen vollständig erfüllen zu können.

Als ein weiteres Aufgabenfeld des BI-Beraters kommt die Tätigkeit als Trainer in Betracht. Häufig besuchen BI-Berater ihre Kunden kurze Zeit nach Abschluss ihres eigentlichen Projekts wieder, um die Mitarbeiter im Umgang mit dem neuen System zu schulen. Es ist jedoch keine Voraussetzung für Schulungen, zuvor ein Projekt beim Kunden abgeschlossen zu haben. Der Berater kann seine Tätigkeit als Schulungsleiter auch gesondert anbieten – und das sowohl selbstständig als auch in-house als Angestellter eines Unternehmens.

Wie in der Beratungsbranche üblich, wird von BI-Beratern i.d.R. ein Hochschulstudium und einschlägige Projekterfahrung erwartet. Aufgrund des erwähnten Einsatzes an der Schnittstelle von Informatik und Wirtschaft, empfiehlt sich ein Studium der (Wirtschafts-) Informatik, der BWL oder des Wirtschaftsingenieurwesens. Ein Masterabschluss wird dabei nicht immer vorausgesetzt, ist aber gern gesehen und fast immer auch höher bezahlt als der Bachelor. Außerdem sollten neben dem Studium bereits praktische Erfahrungen im BI-Bereich gesammelt werden – z.B. im Zuge von Praktika oder Zusatzkursen. Der Berufseinstieg erfolgt dann meist über eine Traineestelle bei großen oder mittelständischen Beratungsunternehmen. Auch Direkteinstiege sind möglich. Eine Tätigkeit als selbstständiger Berater sollte in den ersten fünf Jahren nach Berufseinstieg noch nicht in Erwägung gezogen werden, da Kunden großen Wert auf entsprechende Projekterfahrung legen. Erst wenn diese erreicht ist, kommt die Selbstständigkeit als durchaus reizvolle und sehr gut bezahlte Alternative in Betracht.

Das Gehalt von BI-Beratern ist generell sehr gut. Der Bedarf an entsprechenden Fachleuten ist hoch und wurde durch die bestehende Finanz- und Eurokrise sogar noch verstärkt. Für 2013 prognostiziert eine Umfrage des BITKOM, dass Business Intelligence hinter Cloud-Computing und Mobilen Anwendungen auf Rang 3 der wichtigsten IT-Themen des Jahres rangiert. Abhängig ist die Bezahlung bei BI-Beratern aber natürlich  von der Berufserfahrung und der Branche, in der der Berater tätig ist. Als besonders lukrativ hat sich dabei immer wieder die Finanzbranche erwiesen. Aber auch in der produzierenden Industrie und in öffentlichen Sektor werden BI-Spezialisten in Zeiten von Big Data immer wichtiger und entsprechend besser bezahlt. Tagessätze können dann schon mal bis zu 1.500 Euro betragen. In der Regel liegen die Jahresgehälter für Berufseinsteiger bei 40.000 – 50.000 Euro. Nach einigen Jahren Berufserfahrung bewegt sich das Gehalt dann häufig im Rahmen von 50.000 bis 60.000 Euro und als Senior-Berater sind 80.000 Euro und mehr möglich. Mit Personalverantwortung kann daraus auch schnell ein sechsstelliger Betrag werden. Bei selbstständigen Consultants sieht es ähnlich rosig aus. Mit Stundensätzen zwischen 75-100 Euro kommen auch sie schnell auf ein vergleichbares Jahresgehalt – oder sogar auf mehr.*

Voraussetzung für diese gute Bezahlung ist jedoch beständiger Einsatz, sowie der Wille, viel zu arbeiten und sich ständig weiterzubilden. Gute Softskills im Umgang mit Kunden sind unabdingbar, ebenso wie Flexibilität und Reisebereitschaft.

 

Weiterführende Links:

Ein Tag mit einem BI-Berater (Computerwoche): http://www.computerwoche.de/a/unser-mann-beim-kunden,2523100

*Gehälter sind stark abhängig von Branche, Region, Unternehmensgröße und weiteren Faktoren. Die angegebenen Zahlen sind Durchschnittswerte und verbleiben ohne Gewähr oder Aktualitätsanspruch.

 

Weitere Texte aus der Reihe Jobprofile gibt es im Karriere-Bereich.

 



© www.erp4students.at   Sonntag, 21. Juli 2013 11:05 Schnaithmann
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